An dieser Stelle ein Filmtipp: „Whistleblower" mit Rachel Weisz.
Nicht Wikileaks ist das Thema, sondern Sextraffic. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten in Bosnien, erzählt aus der Perspektive der Polizistin Kathryn Bolkovac, die nach Aufdeckung nie wieder eine Anstellung im öffentllichem Dienst fand.


Ganztagsficken
Zwei Episoden zur körperlichen Verfügbarkeit...Bordell-Flatrate,
als Plädoyer gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel


(körperliche Verfügbarkeit)
Hans Ulrich


Endlich, das Geld war da, nach endlos langer Durststrecke.
Wie viel Speichel hatte er wieder auflecken müssen, wie viel Arschgekrieche war wieder nötig, aber macht nichts, macht nichts, egal, egal, dachte er.
Hauptsache bald wieder nach Titten greifen, nach Muschis greifen. Da gibt’s jetzt einen Laden, einen Laden, da zahlt man gar nicht viel für den ganzen Tag, den ganzen Tag und kann alles mit ihnen machen. Er ging noch mal am Büdchen vorbei, Zigaretten kaufen, die brauchte er jetzt, nur mal eben noch eine rauchen, bevor es losgeht, nur eben diesen Geschmack loswerden.
„Eine Schach…“ plötzlich musste er husten. Tief von unten kam der Schleim. „Dasselbe wie immer.“ Die Frau reichte ihm das Päckchen, mit ausgestrecktem Arm, und drehte sich schnell wieder weg.
Er ging weiter. Paffend die Straße hinauf. Das Haus kam näher, der Puls ging hoch, er schnaufte. Schweiß lief an Rücken und Achseln hinunter, bis an die Hüften und weiter noch. Er griff in die Hose, es juckte.
Die Tür öffnete sich: „ Hallo, wie geht’s?“ Net sind se, lieb sind se „gut“, war seine Antwort.
„Komm rein!“
„Heute will ich mal mit dieser Kleen’n, isse gerade frei?“
„Ja, wen du willst. Hier kannst du dich frisch machen.“
„Oooch, ich hab gerade jeduchst.“
„Ja, glaub ich dir. Aber ohne kommt niemand rein, also bitte.“
„Is jut“, gab er zur Antwort. Das Mädchen ging den Flur entlang und er ins Bad. Er spülte Wasser über seine Hände und ins Gesicht, dann zog er sich aus, nahm eines der Handtücher und wischte seinen Körper ab.
„Bin fertig“, rief er in den Flur.
Das Mädchen kam zurück und führte ihn in eines der Zimmer „Sie kommt gleich!“.
Er wartete, niemand kam. Er ging zur Tür und rief: „Wat’n nu“. Endlich kam die „Kleene“.
Sie zog sich aus und legte sich auf’s Bett. Hm, die sacht nix dachte er, na muss och nich.
Er machte sich an ihr zu schaffen Ooh, hat die Titten und so’n schönen Mund. Er schob ihn rein, mal sehen wie weit es geht. Jaa, machtse jut. „Warte, ich will noch nich kommen“, sagte er. „Dreh dich mal um, ich will dich von hinten.“ Er schob ihn rein und beugte sich leicht nach vorn. „Stütz dich mal da auf, mit den Armen, dann komm ich besser an deine Titten, dann kann ich dich von hinten nehmen und dabei auch nach deinen Titten greifen.“ Ja, so is schön. Er beugte sich weiter nach vorn, um an ihren Mund zu kommen. Sie drehte sich weg, stöhnte dabei. Na, hat’se wohl nich jemerkt, dass ich se jetzt küssen will. Er fasste nach Ihrem Kopf, drehte ihn, Seufzte in Ihr Gesicht und drückte seine Lippen auf Ihre.

Da liegen noch welche, sehen alle so leblos aus, dachte er, na is och schon spät. „So schön wie vor vier Stunden mit der Kleenen, wird’s doch nich mehr“, brummelte er vor sich hin.
Aber die da, die nehm ich mir jetze noch mal. – Sein nasser Körper rieb sich an ihr, seine Hände arbeiteten mit ihr, fassten alles an, griffen alles ab. „Warte, warte“, sprach er zu ihr, beruhigend, mit fast flüsternder Stimme. „Is jut, is jut, bin gleich fertig.“ Ihr Gezappel erinnerte ihn an wilde Ziegenböcke, nich so einfach die festzuhalten.

Wachstum
„Ihr braucht Wachstum!“ sagte Hotte und blickte von Einem zum Andern. Diese Kaoten, diese Kreaturen. Gustav Exknackie, Uli Möchtegernmafiosi, und Friedrich. Was der dazwischen macht, - na - weiss keiner so richtig. Allesamt im Rotlichtmilieu, da graben die ihr Geld aus. Und bestimmt nehmen sie sich jeden Tag eine von den Muschis oder vielleicht drei.
„Hä, Wachstum? Wat’n für’n Wachstum? Hotte, mein Alter, du scheinst zu verjessen wat wa hier für’n Jeschäft haben. Wir stellen nüscht her, wir erobern keene Märkte“, gab Gustav zur Antwort.
„Ach Mensch seid ihr deppert! Ihr seid doch wohl auch Dienstleister!? Lasst euch was einfallen, macht ne Flatrate!“
„Meinste sowat wie Ganztagsficken für 99Euro?“
„Na bitte geht doch! Und dann seid Ihr auch wieder kreditwürdig!“

Hotte
„Geschafft, geschafft…“ sang er vor dem Spiegel. Oh das wird gut, dachte er. Endlich stundenlang, mit allen, soviel man will. Ob ich den Scheitel doch links lege, hier sind noch ein paar Stoppeln, na ich mach sie gleich weg. Glatte Haut is wichtig, das mögen sie. Ob ich doch das andere Duftwässerchen nehme. „Ich nehm es, ich nehm es nich, ich nehm es, ich nehm es nich, hi hi hii hiii“, kicherte vor sich hin. „Ein Preis für alles.“ Er sprach zu sich selbst, vor dem Spiegel, als wollte er diese >Tatsachen< in sich festigen. „Man braucht nicht mehr zu fragen und sie werden mich auch nichts fragen. Ich werde einfach reinkommen und „Hallo“ sagen, ganz freundlich, so als würd ich im Hotel einchecken. Ob man doch fragen muss, wenn man an ihre Brüste greifen will, oder wenn man mal den Finger da – da reinstecken will. „Nein Nein“, er sprach wieder mit seinem Spiegelbild „man braucht nicht zu fragen, es ist alles dabei, man fängt dann einfach an.“

Im Haus
Er schwamm durch die Räume wie in Trance. Überall rekelten sie sich, verknoteten sich, verschlangen sich. Auf jeder Matratze ein Fest der Wollust, glaubte er jedenfalls. Er wollte jetzt auch endlich, vielleicht da, da irgendwie. Nein, Nein so geht’s nicht. Er schwamm weiter, von einem Raum zum andern. Nein, Nein – es ist – es ist.
Da kam gerade „Madam“, die ihn empfangen hatte. „Du läufst hier rum wie ein begossener Pudel, stimmt was nicht?“
„Ich möchte, ich möchte, hähä hähä. Ich glaube ich möchte, ich möchte doch lieber mit einer allein sein.“
„Gut, mit welcher denn?“
Saugend durchstreiften seine Augen den Raum, an den Säulen vorbei, bis hinüber in den halb abgetrennten Nebenraum „ Die da, die, huä huä. Die mit den grossen Brüsten. Hähä hähä.“
„Warte hier!“
Er schaute ihr nach, sein Atem wurde schneller, Schweissperlen flossen von seinem Gesicht. Madam kam zurück, zusammen mit seiner Erwählten. „Geh mit ihm rauf und kümmer dich um ihn.“
Das Mädchen gab keine Antwort, langsam schritt sie voraus, er ging ihr nach.

Im Zimmer
„Ich will jetzt mal an deine Tittis fassen, hähä, hi hi. Ja, darf ich das?
„Ja, ich hab das gern“, sagte sie.
Er griff zu „Ooohuo“, entkam es seiner Kehle.
„Und vielleicht jetzt auch mal dein Vötzchen – anfassen?“, fragte er und biss sich auf die Finger, um ein Kichern zu unterdrücken, es gelang nicht, ein paar Laute quietschten hervor. Quietschlaute, die klangen wie ein Gemisch aus Verzweiflungsweinen, freudiger Erwartung und Ulkigkeitsanfall.
„Ja“, gab sie zur Antwort.
Ja? Fragte er. „Ja? Jaaaaa waaas?“ brüllte er. „Ihr miesen Schlampen, ihr dämlichen Nutten.“ Dann sackte er in sich zusammen. „Ich bin ein Mann wie jeder andere!“ sprach er, als wollte er ihr befehlen, „bin ein Mann wie jeder andere!“
Die Tür öffnete sich. Madam kam herein „Was ist los!?“
„Das ist nicht in Ordnung! Das ist nicht in Ordnung! Wofür bezahl ich eigentlich!?“, stieß er mit zerknautschtem Gesicht hervor.
Das Mädchen wollte aus dem Zimmer laufen, Madam hielt sie fest, ging dann aber mit ihr hinaus, er blieb allein zurück. „Bin ein Mann wie jeder andere!“, quetschte er weiter durch die Zähne „und ich will meinen Fick haben!“
Die Tür öffnete sich. Das Mädchen kam wieder zurück, allein.
Er ging auf sie zu. Da waren grosse Augen, plötzlich, in ihrem Gesicht. Nein, Nein – die nicht, für die Brüste hab ich bezahlt. Er griff nach ihr, umschlang sie, fülhte ihre Brüsste, griff danach, sein Mund war überall, lutschte überall, leckte überall. Ich nehm sie mir jetzt, einfach so, werd sie ficken, einfach so. War das nicht was, von dem, was es alles so gab? Irgendwas mit devot sein, Sklave sein, Ja Ja, da gab’s richtig schlimme Sachen, aber sowas mach nicht, ich bin, – bin doch eigentlich gut zu ihr, bin gut zu ihr, aber werd sie mir jetzt nehmen.
Er warf sie auf’s Bett, spreizte ihre Beine, und sah ihre Öffnung: „Ich hab dafür bzaaaahlt, ich hab das verdiiient“, quetschte er weinerlich, mit zitternder Stimme hervor, bevor er in sie eindrang.


Website von Marc Houma
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