Der Autor zum Roman:

Spartakus, je nach geographischer Lage steht dieser Name für den Spartakusaufstand, menschliche Freiheitsliebe, oder wird assoziiert mit Spartakusbund(Rosa Luxemburg), Schwulenreiseführer oder Kommunismus.
In diesem Roman ist er kein frühzeitlicher Kommunist, kein Anführer einer homoerotischen Organisation, und der Aufstand selbst, hat auch keinen gesellschaftlichen Umbruch als Ziel.
Der Aufstand ist in diesem Roman eine Untergrabung römischer Auffassungen/Überzeugungen. Denn Sklaven zu halten war nicht nur rechtlich gesichert, sondern auch moralisch/ethisch 'aufgefangen'.
Der Sklave war dem Tiere gleichgestellt: „…und es ist ihnen besser sich in dieser Art von Dienstbarkeit zu befinden…der
an der Vernunft nur insoweit teilhat, dass er sie in anderen vernimmt, sie aber nicht selbst hat… Aber auch die Dienste die man von beiden erfährt sind nur wenig verschieden, beide verhelfen und zur Befriedigung leiblicher Bedürfnisse.“
(Aristoteles Politik 1254, lebte ca. 250 jahre vor diesem Aufstand)

Spartakus wusste von diesem Menschenbild wahrscheinlich nichts und dies gilt auch für die Romanfigur.
Er und Alle die mit ihm sind, sind Verzweifelte die einen Ausweg suchen.
Ihre Siege, auf römischem Boden, in unbekanntem Land, fast drei Jahre, gegen die stärkste Armee, sind eine Untergrabung des Menschenbildes nach Aristoteles.
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Interesse an diesem Stoff bekam ich durch den Film „Spartakus“ von Stanley Kubrick.
Als ich anfing den Roman zu schreiben kannte ich weder diese, noch andere Schriften von Aristoteles. Eher zufällig, bei Recherchen wurde ich darauf aufmerksam.
Ich wollte keine Sklavengeschichte schreiben, von Sklaven die zufällig für kurze Zeit über sich hinauswachsen, deshalb waren seine Betrachtungen sehr nützlich, um den Fokus der Geschichte zu konzentrieren auf das: Unmögliche möglich machen.
Unmöglich, vor allem aus Sicht der Römer: Was ist ein Sklave? Was kann er? Was nicht? Auch weil die Aristotelischen Betrachtungen nichts ‚Böses’ in sich tragen, und gerade deshalb so ultimativ daher kommen. Der Sklave ist ein Sklave weil er mit uns ‚normalen’ Menschen nicht mithalten kann.
Und diese Haltung ist nicht weit entfernt von aktuellen Auffassungen über die ‚Unterschichten der Gesellschaft’. Wer dort landet war eben zu dumm, zu faul, oder ‚schwächlich’. Eine gegenteilige Betrachtung, ausserhalb der ‚Unterschichten’, ist selten, und es ist auch nicht zu sehen, dass es sich verschieben wird.

Trotz allem ist es aber ein Roman, kein Buch das den Anspruch erhebt philosophischer Lehrstoff zu sein.